Samstag, 24. Januar 2009

Mile 2400

1400 Meilen seit dem letzten Post. Es ist viel passiert.

Inauguration-Day z.B. Was für ein Fest im TV! Auf den Straßen von New Orleans war leider nicht soviel los. Das lag am kalten Wetter wie man uns sagte. Bei eisigen +10°C wagt sich kein New Orleanser vor die Tür.

Überhaupt war es ziemlich schade, dass es so kalt war in New Orleans, da gerade hier sich ein Großteil des Lebens auf der Straße abspielt. Trotzdem hat uns der Flair der Stadt (insbesondere French Quarter) erreicht. Auf den Straßen sieht man fast ausschließlich Künstler, Musiker, Hippies, schräge Typen und abends wird in jeder Kneipe Live-Musik geboten. Das ist schon toll.

Häuserblock im French Quarter, wie man sieht fast wie leer gefegt. Gegen abend wurde es dann aber doch merklich voller.


"Inauguration moment" - Gänsehaut, manch einer hat wirklich Tränen in den Augen. Wir und ein französisches Filmteam beobachten die Szenerie in einem Cafe im French Quarter. Schon sehr pathetisch das alles.


Wie haben sogar ein nicht verwackeltes Nachtbild! Das war in "Lafittes Blacksmith Shop". Der angeblich ältesten Bar der USA (was sicherlich noch ca. 50 weitere Bars von sich behaupten). Extrem dunkel, nur mit Kerzen beleuchtet, sitz man um eine Esse herum. Sehr urig und gemütlich.


Neben Jazz ist verständlicherweise "Katrina" noch immer ein großes Thema in New Orleans. Als klassische Skandaltouristen sind wir natürlich gleich los Trümmer guggn. War aber schon das meiste weggeräumt, jedoch noch nicht allzuviel wieder aufgebaut, weshalb manches Viertel im Zentrum aussieht wie ein leergefegtes, ländliches Dorf (siehe Bild). Ach ja, und die 150 Häuser die Brad Pitt gerade bauen lässt haben wir auch mal angeschaut (die stehen ca. 600m weiter links vom Bildausschnitt).

Vor New Orleans haben wir in Florida noch zwei State Parks mitgenommen. Der erste: Wakulla Springs. 80m tiefe Süßwasserquelle, wunderschöner Fluß, zwei Tarzan-Filme wurden hier gedreht. Im Bild die Palme auf der tatsächlich Johnny Weißmüller damals stand während er in den Dschungel brüllte. Die Rangerin war allerdings recht geknickt, da - wie man leicht sieht - die Palme es wohl nicht mehr allzu lange macht.

Noch ein paar Vögel im Wakulla Springs.

Der zweite: St. Marks State Park mit Leuchtturm.


Für die liebe Verwandschaft.

Um die wahre Kultur der USA zu erfassen darf man nicht nur in schöne State Parks und Museen, nein man muss auch a) nach Disney World und b) sich War Memorials anschauen. Hier haben wir ein Schlachtschiff aus dem 2ten Weltkrieg besichtigt. War dann sogar doch ganz interessant, so eine kleine Miniaturstadt (2500 Mann Besatzung), mit eigener Post, eigener Kapelle, usw.


Gesellige Klos auf dem Schiff.


So, wir sind leider erst bei ca. Mile 1600, aber demnächst mehr.

Morgen geht es nach Dallas. Alice, Dallas!

Liebste Grüße,
Lilli und Obi.

Donnerstag, 15. Januar 2009

Mile 1000

Hallo,

nochmal zu dem Zirkus-Museum: Wirklich sehr interessant. Es wurde die ganze Logistik eines Zirkus in den 20er Jahren dargestellt. Das waren riesige Unternehmen, die Zelte für bis zu 15.000 Zuschauer nur für einen Tag aufbauten. Der Größte bewegte sich auf drei Eisenbahn-Zügen mit 1200 Mitarbeitern und 800 Tieren durchs Land.

Walt Disney World (WDW) war der Wahnsinn! Hochprofessionelle Unterhaltung für die Massen. So wird's gemacht. Gar nicht mal so bombastisch und größenwahnsinnig wie wir es erwartet hätten (noch schnellere, noch höhere Achterbahnen) sondern sehr liebevoll, kreativ, detailliert. Wenn man sich nur ein wenig auf kindliche Begeisterung einlässt, erfasst einen die ganze Wonderland-, Happiness- und Magic-Atmosphäre doch ein wenig. Das Wetter war leider leicht regnerisch (siehe Bilder), allerdings mussten wir somit nirgendwo anstehen und konnten fast alle Fahrgeschäfte im Magic Kingdom Park (einem von fünf Parks aus denen WDW besteht) mitnehmen.

Der Eingang.

Psychedelische Papageien-Performance.

Baumhaus.

Zum Schluß ein riesen-kitschiges Feuerwerk über dem Cinderella-Schloß. Ein Traum! Die Bilder vom Feuerwerk sind leider noch mehr verwackelt.


Generell soll hier mal erwähnt sein, dass Road-Tripping wirklich ein großer Spaß ist. Bisher haben wir uns in größeren Urlauben ja eher per Zug, Bus und Flugzeug fortbewegt, aber die Unabhängigkeit und Spontaneität mit dem Auto ist einfach sehr komfortabel und unterhaltsam. Im Besonderen im Auto-Land USA. Eigentlich fahren wir die meiste Zeit des Tages rum


essen irgendwo Doughnuts oder machen Päuschen.


Nach Orlando ging es weiter nach Daytona Beach wieder mal an die Ostküste Floridas. Dort sind wir ein Stück der ursprünglichen Rennstrecke am Strand abgefahren auf welcher quasi Stockcar-Rennen und NASCAR erfunden wurde.


Am selben Tag noch sind wir nach St.Augustine weitergefahren, der ältesten Stadt der USA. So wie in Key West alles "southernmost" war ist hier nun alles "oldest". Hier gibt es die älteste Schule, den ältesten Store usw. der USA.

Das Rathaus.

Es gibt sogar ein erhaltenes Fort der Spanier. Was in den USA wohl nicht so üblich zu sein scheint. Auf jeden Fall überschlagen sich unsere Reiseführer darob der historischen Einzigartigkeit dieses Forts.


Heute dann waren wir nochmals in St.Augustine in einer weiteren must-see Touristenfalle: Ripley's Believe it or Not! Museum. Der gute Herr hat 1910-1947 mit viel Geld im Gepäck 197 Länder bereist und über die Jahre zig sinnlose aber sehr interessante Dinge aus aller Welt gesammelt. Im Bild ein Gemälde das aus Toasts besteht. Die "Farbe" wurde durch verschieden dicke Schichten Aluminiumfolie und anschließendem Toasten aufgetragen.


Morgen geht's auf nach Tallahasse. Mal sehen was uns dort erwartet.

Liebe Grüße,
Lilli und Obi

Montag, 12. Januar 2009

Mile 700

Hallo,

wir neigen bekanntermaßen ja nicht zu Pauschalisierungen. Aber: Wir haben ja schon die Hälfte von Florida erkundet und da kann man seine Erkenntnisse durchaus herunterbrechen auf alle Amerikaner.

1.) Der Kaffee ist mies. In ganz Amerika. Überall und ausnahmslos. Außer bei Starbucks. Da aber offensichtlich Bedarf an gutem Kaffee besteht, ist fast an jeder Stelle an der in Europa ein schönes Café wäre ein Starbucks. Die Dichte ist kaum vorstellbar. In jeder Fussgängerzone die etwas auf sich hält befinden sich mindestens fünf Starbucks.

2.) Alle Amerikaner kennen kein "Rechts vor Links". Anfangs noch amüsant wird es spätestens nach der zehnten Kreuzung todnervig per Handzeichen auszuhandeln wer fährt.

3.) Rechts halten auf der Autobahn bzw. Interstate ist unbekannt. D.h. sämtliche Opas mit Hut fahren prinzipiell ganz links und höchstens 50 km/h obwohl locker 120 erlaubt sind.

4.) Der Kaffee ist unheimlich mies in Amerkia.

5.) Floridas Bevölkerung besteht fast vollständig aus Rentnern. Heute im Museum kaum jemand unter 80 Jahren. Selbst die meisten Aufseher gingen am Stock.

Heute also Meile 700 erreicht. Frühstück im original Diner, lecker drei Spiegeleier und Bacon und der Cholesterinspiegel für den Tag ist gerettet.


Dann Ringling Museum in Saracosta. Circus und Fine Arts Museum. Unten ein original importiertes, restauriertes Theater aus Italien. Riesen Ding hier in USA, als Europäer haut einen das allerdings nicht so vom Hocker.


Wir sind soeben in Orlando angekommen. In Amerika sagt man ja es gäbe zwei Dinge in den USA die man gesehen haben muss um sie zu glauben: Den Grand Canyon und Disney World. Wir werden sehen.

Liebe Grüße,
Lilli und Obi

Sonntag, 11. Januar 2009

Mile 500

Hallo,

die ersten 500 Meilen liegen hinter uns. Davon ca. 200 über den Highway 1 mitten durchs Meer nach Key West. Beeindruckend.


Angekommen am Southernmost Point der USA.


Must Have: Kitschiger southernmost Sonnenuntergang.


Anschliessend sehr schön gefeiert in Key West. Alles voller wirklich sehr talentierter Musiker. Wo kommen die nur alle her? In fast jedem Laden hochklassige Livemusik. Leider wie immer bei nächtlichen Aktivitäten keine Kamera dabei.

Am nächsten Tag durch die Everglades (Nationalpark) Alligatoren und unzählige Vögel schauen.


Auf vielfache Nachfrage: Ein Bild von unserem Auto.


Mittlerweile sind wir an die Westküste Floridas gewechselt. Im Bild der Strand von Fort Myers. Hier geht einiges! Möwen.....Rentner....


Soeben sitzen wir das erste mal in einem anständigen amerikanischen Motel. Was bedeutet dass zwischen uns beide noch ein Auto ins Bett passen würde und dass man sich durch lautes Rufen verständigen muss um den anderen am Ende des Apartements noch zu verstehen.

Liebe Grüße,
Lilli und Obi.

Donnerstag, 8. Januar 2009

Angekommen

Endlich angekommen. Harte Zeiten liegen hinter uns mit Auszug, Diplomarbeitsfeinschliff, Abschieds- und Geburtstagsfeier und Norovirus und das komprimiert auf vier Tage. Dann noch den 11-Stunden-Flug Hamburg-Düsseldorf-Miami und man kann sich ein Bild machen in welchem Zustand wir Miami erreichten.

Und was soll man sagen? Es weihnachtet sehr hier in Miami Beach (siehe Bild mit liebevoll authentischer Deko).

Das bedeutet fast 30 Grad und strahlender Sonnenschein. Gestern abend bei der Ankunft um 18:00 Ortszeit (bzw. für uns Mitternacht) waren es 28 Grad, es hatte gerade geregnet und es verschlug einem fast den Atem wegen der tropischen Feuchte. Heute morgen am Strand erstmal den obligatorischen Sonnenbrand eingeholt und aller Kummer ist vergessen. Herrlich. Irgendwie erinnert uns hier erstmal alles mehr an Brasilien bzw. die Karibik als an die USA.

Es ist gerade Hochsaison hier (ganz USA kalt nur Florida warm) und unser "Budget"-Hotel hat mal eben seine Preise verdoppelt. Außerdem scheint gerade irgendein großes Ding mit den Oklahoma Sooners zu steigen. Aus irgendeinem unersichtlichem Grund tragen ca. zwei Drittel aller Menschen hier Sooners-Shirts und brüllen sich ständig lauthals "BOOOMER" oder "T-Bone is a gay" ins Gesicht, lachen sich schlapp und gehen dann ihrer Wege. Wir haben ja keine Ahnung von Football, aber liegt Oklahoma nicht 2000 Meilen weg im Niemandsland? Und: Was machen die ganzen bekloppten hier in Miami? Vielleicht kann das ja jemand aufklären der mehr Ahnung von Sport hat als wir. Auf jeden Fall ist es erstaunlich was für eine Stellung hier der Sport zu haben scheint.

Ein knuffeliges, kleines Auto haben wir auch, welches uns die kommenden 2 Monate begleiten wird.

Miami Beach ist sehr viel Art Deco (im Bild das berühmte Colony Hotel, rechts unten eine Limo die sich noch ungefähr zwei Häuserblocks weiter erstreckt)

und schöne Gassen (im Bild Espanola Way, mit vielen internationalen Restaurants).

Morgen früh geht es dann weiter nach Key West, über den Highway im Meer zum südlichsten Punkt der USA.

Liebe Grüße,
Lilli und Obi